Briefmarken Oktober 2026
(Ausgabetag: 1. Oktober)

Sonderpostwertzeichen-Serie
„Immaterielles Kulturerbe“
Spitzenklöppeln Deutschland
Das „Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald in Schönsee, Stadlern und Tiefenbach“ wurde 2016 beispielhaft für die zahlreichen Regionen Deutschlands, die das Spitzenklöppeln als lebendige kulturelle Tradition praktizieren und weitergeben, in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Spitzenklöppeln ist wichtiger Teil der Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte und der lokalen Identität von Inseln, Mittelgebirgs- oder Grenzregionen wie Erzgebirge, Frankenwald, Harz, Vogtland, Odenwald oder Oberpfalz.
Die in Europa seit Jahrhunderten angewandte Handarbeitstechnik Spitzenklöppeln lässt durch Drehen und Kreuzen von Fäden, meist Leinengarn, textile Ornamente entstehen. In Abenberg wurden gold- und silberfarbene Metallfäden aus der Leonischen Industrie der Region verarbeitet. Zum Klöppeln verwendet man eine feste Unterlage wie Kissen oder Rolle, Klöppelbriefe als Vorlage, unterschiedlich viele Paare Klöppel, Stecknadeln, Pikiernadel und Schere. Die mit großem Zeitaufwand handgearbeitete Klöppelspitze war und ist ein wichtiges Element der Tracht und der Mode, um Kleidung zu verzieren und aufzuwerten.
Klöppelspitze wurde meist von Frauen, oft auch von Kindern, in Hausindustrie oder Heimarbeit gefertigt, dies trug zum Lebensunterhalt bei. Staatliche Klöppelschulen hoben durch Ausbildung der Klöpplerinnen die Qualität der Spitzenprodukte, um höhere Erträge für die Regionen zu erzielen.
Heute ist das Spitzenklöppeln eine beliebte Handarbeit in der Freizeit, die mit Kreativität und Fantasie und großer Fingerfertigkeit faszinierende Werke entstehen lässt. Am Spitzenklöppeln Interessierte sind, zum Teil europaweit, in Klöppelgruppen, Vereinen und Verbänden organisiert, die diese traditionelle Kulturtechnik durch Innovation weitertragen.
Das neue Sonderpostwertzeichen würdigt auf der Grundlage einer traditionellen Spitze aus der Sammlung des Museums Ehem. Klöppelschule Tiefenbach das kulturelle Erbe und den Wandel des Spitzenklöppelns.
Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel: Daniela Burger, Berlin
Vorlage Klöppeldecke © Sammlung Museum ehem. Klöppelschule Tiefenbach
Foto: Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, Cham
Text: Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, Kulturreferentin, Landratsamt Cham


